Schloss Malcesine

Burg Malcesine – Wahrzeichen am Gardasee

Die Burg Malcesine, auch bekannt als Castello Scaligero, ist das Wahrzeichen des charmanten Ortes Malcesine am Ostufer des Gardasees

Majestätisch thront die gut erhaltene Scaligerburg auf einem Felsvorsprung über dem See und bietet einen der eindrucksvollsten Panoramablicke der gesamten Region. Die imposante Festung zieht jedes Jahr tausende Besucher an, die nicht nur die historische Architektur, sondern auch Museen, kulturelle Ausstellungen und einen spektakulären Ausblick erleben möchten. 

Schon Johann Wolfgang von Goethe ließ sich auf seiner Italienreise von der Schönheit dieser Burg inspirieren – ein Besuch hier ist eine Reise durch Geschichte, Natur und Kultur zugleich.


Was kann man in der Burg Malcesine sehen?

 

Die Burg Malcesine, eine der eindrucksvollsten Scaligerburgen am Gardasee, bietet Besuchern eine Vielzahl faszinierender Entdeckungen – von historischen Räumen bis zu modernen Ausstellungen und atemberaubenden Ausblicken.

Casermetta und Innenhöfe

Beim Betreten der Burg gelangt man zunächst zur Casermetta, dem ehemaligen Quartier der Burgwächter. Heute beherbergt sie den Empfangsbereich der Anlage. Von hier führen Wege in die verschiedenen Höfe der Burg, die durch ihre Staffelung auf unterschiedlichen Ebenen ein Gefühl von Tiefe und Geschichte vermitteln. 

Besonders reizvoll ist der zweite Innenhof Rivellino, der nicht nur für seine weite Sicht auf den Gardasee, Malcesine und den Monte Baldo bekannt ist, sondern auch als romantischer Ort für standesamtliche Trauungen dient. Historische Details wie Freskenreste oder alte Zisternen machen den Rundgang besonders authentisch.

Museen

Die Burg beherbergt gleich zwei Museen. Das Museo del Garda e del Baldo, ein interaktives Naturkundemuseum, vermittelt auf moderne Weise Wissen über die geologischen, biologischen und klimatischen Besonderheiten des Gardasees und des angrenzenden Monte Baldo. 

Besucher können nicht nur sehen, sondern auch hören, riechen und fühlen – dank multimedialer Technologien, die die Ausstellung zu einer multisensorischen Erfahrung machen.

Daneben befindet sich das Museo della Pesca, das sich der traditionellen Fischerei am Gardasee widmet. Ausgestellt sind alte Fischernetze, Boote, Werkzeuge und Geschichten der lokalen Fischerfamilien, die das Leben am See seit Jahrhunderten geprägt haben.

Turm Rivellino und Panorama

Ein absolutes Muss ist der Aufstieg auf den 31 Meter hohen, fünfeckigen Turm, der sich über der gesamten Anlage erhebt. 

Dieser wurde im Mittelalter errichtet und im Laufe der Jahrhunderte mehrfach verstärkt. Heute führt eine sichere Treppe hinauf zu einer Plattform, die einen spektakulären 360-Grad-Blick ermöglicht – vom Westufer des Gardasees bis zu den Gipfeln des Monte Baldo. Bei klarer Sicht ist dieses Panorama ein fotografisches Highlight jeder Reise nach Malcesine.

Ausstellungssäle und Goethesaal

Die Burg ist auch kulturell aktiv: In mehreren Sälen finden regelmäßig Kunst- und Fotoausstellungen, Konferenzen, Konzerte und sogar Hochzeiten statt. Besonders bemerkenswert ist der Goethesaal, der dem Besuch Johann Wolfgang von Goethes im Jahr 1786 gewidmet ist. 

Hier finden sich Skizzen, Textauszüge und eine kleine Ausstellung zu seiner berühmten "„Italienischen Reise"“, bei der Goethe fälschlich als Spion verhaftet wurde – ein Ereignis, das ihm später literarische Inspiration lieferte. Eine Büste im Burghof ehrt seinen Aufenthalt bis heute.


Blick auf Malcesine, Gardasee

Die Geschichte des Castello Scaligero von Malcesine

 

Die Geschichte der Burg Malcesine reicht weit zurück und spiegelt die bewegte Vergangenheit der gesamten Gardasee-Region wider. 

Erste Befestigungen an dieser strategischen Stelle lassen sich bis in die letzten Jahrhunderte vor Christus zurückverfolgen. Wahrscheinlich waren es jedoch die Langobarden, die im 6. Jahrhundert nach Christus eine erste Burg errichteten – ein militärischer Vorposten mit perfektem Überblick über den See.

Im Jahr 590 wurde die Burg von den Franken zerstört, später aber wieder aufgebaut. Im Jahr 806 verweilte hier sogar König Pippin, Sohn Karls des Großen, um die Heiligen Benigno und Caro zu besuchen – ein Hinweis auf die frühe religiöse und politische Bedeutung der Anlage.

Ihre heutige Gestalt verdankt die Burg vor allem der Familie della Scala, auch bekannt als Scaliger, die zwischen 1277 und 1387 über Verona herrschte. 

Sie ließen die Burg ausbauen, verstärken und mit den charakteristischen Schwalbenschwanz-Zinnen versehen – ein Stilmerkmal, das sich auch in anderen Scaligerburgen wie der von Sirmione wiederfindet. Unter der Scaliger-Herrschaft wurde die Festung zu einem echten Machtzentrum am Ostufer des Gardasees.

Nach dem Fall der Scaliger gelangte die Burg kurzzeitig in die Hände der Visconti von Mailand, bevor sie ab 1405 unter venezianische Kontrolle kam. 

Die Republik Venedig nutzte das Castello Scaligero als Grenzfestung, führte zahlreiche Erweiterungen durch und integrierte es in das Verteidigungssystem des Gardasees.

Im 18. und 19. Jahrhundert folgte eine weitere bedeutende Phase: Die Österreicher übernahmen die Burg und führten bauliche Verstärkungen durch, um sie für ihre militärischen Zwecke zu nutzen. Aus dieser Zeit stammt auch der Pulverturm, heute umgewandelt zum Goethesaal.

Im Jahr 1866 wurde Malcesine Teil des Königreichs Italien, und die Burg verlor nach und nach ihre strategische Bedeutung. 1902 schließlich wurde sie zum nationalen Denkmal erklärt – und steht seither unter Denkmalschutz.

Ein besonderer Moment in der Geschichte des Castello Scaligero war der Besuch von Johann Wolfgang von Goethe im Jahr 1786. Der berühmte Dichter wurde von den lokalen Behörden zunächst fälschlicherweise als Spion verhaftet – eine Episode, die er später in seiner „Italienischen Reise“ verarbeitete.


Praktische Informationen für den Besuch der Burg Malcesine

 

Ein Besuch der Burg Malcesine ist ganzjährig möglich, wobei die Öffnungszeiten je nach Saison variieren. 

Das Castello Scaligero ist besonders in den Frühlings- und Sommermonaten ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen am Gardasee. Hier finden Sie alle wichtigen Informationen für Ihre Planung:

 

Adresse:
Castello Scaligero
Via Castello 5
I-37018 Malcesine, Italien

 

Öffnungszeiten 2025:

  • 22.03. – 30.03.: täglich 10:00 – 17:30 Uhr (letzter Einlass: 17:00 Uhr)

  • 31.03. – 25.05.: täglich 9:30 – 18:30 Uhr (letzter Einlass: 18:00 Uhr)

  • 26.05. – 28.09.: täglich 9:30 – 19:30 Uhr (letzter Einlass: 19:00 Uhr)

    • Freitag und Samstag: geöffnet bis 22:00 Uhr (letzter Einlass: 21:30 Uhr)

  • 29.09. – 02.11.: täglich 10:00 – 17:30 Uhr (letzter Einlass: 17:00 Uhr)

Eintrittspreise 2025:

  • Erwachsene: € 7,00 €

  • Ermäßigt (über 65 Jahre, 14–18 Jahre): € 3,00 €

  • Kinder (0–5 Jahre): kostenlos

Offizielle Website:
www.visitmalcesine.com

Tipp: Besonders empfehlenswert ist ein Besuch am frühen Vormittag oder in den Abendstunden, wenn die Lichtverhältnisse optimal sind und das Besucheraufkommen geringer ist. Denken Sie an bequeme Schuhe für den Aufstieg zur Turmspitze und planen Sie mindestens eine Stunde für den Rundgang ein.

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